Die Drei Pfeiler einer Integralen Praxis


Erhellende Impulse: Die drei Pfeiler der Praxis - Erkenntnis - Meditation - Inspiriertes Handeln im Alltag - Garanten für ein gutes, glückliches und erfülltes Leben

Auf diesen Seiten geht es um die Praxis. Was kann ich tun, um GEWAHRSEIN zu realisieren? Bei den vielen Angeboten, die es auf dem spirituellen und esoterischen Markt inzwischen gibt, wissen viele Menschen gar nicht, welche Wege sie wählen sollten. Für eine Entscheidung müssten sie erst wissen, welche Motivationen und Ziele sie haben.

Auf dieser Website ist das Ziel klar vorgegeben und alle Empfehlungen und Hinweise, die ich geben kann, sind darauf ausgerichtet. Ich bin selbst den Weg eines Studierenden und Praktikers gegangen und schöpfe heute aus meinen Erfahrungen von über 50 Jahren und natürlich aus dem Wissen und den Erfahrungen anderer Menschen, die sich das gleiche Ziel gesetzt hatten. Daraus haben sich vor allem drei grosse Eckfeiler herauskristallisiert, die alle zusammenwirken, um dieses Ziel zu erreichen.

Die Antwort ist "Ja". Tatsächlich ist dies möglich. Aber was können Sie dazu tun? Welche Hindernisse müssen dazu beseitigt werden? Welche Fähigkeiten dazu erworben werden?

Wissen und Erkenntnis allein scheinen nicht zu genügen. Täglich stundenlang in Meditation zu sitzen auch nicht. Und ständig aktiv im Leben zu sein und in der Hektik und Betriebsamkeit zu agieren auch nicht. Dies alles für sich macht Sie nicht wirklich glücklich und zufrieden. Deshalb ist es so wichtig, dass alle drei Prinzipien oder Disziplinen möglichst optimal harmonisch zusammenwirken, um dauerhafte Realisation von GEWAHRSEIN im Leben zu ermöglichen.

Kehren wir zu unserer kleinen Gedankenreise zurück, die ich auf der Seite Was ist GEWAHRSEIN beschrieben habe.

Sie stehen am Meeresstrand und wissen, dass da Sand und Wellen sind, welcher Wind weht. Vielleicht erkennen Sie auch wie das Felsenriff beschaffen ist und ob das Objekt am fernen Horizont ein Dampfer oder Segelschiff ist. Oder welche Muscheln da im Sand liegen und wie alt die Steine sind. Was ist von diesem Wissen wirklich wichtig?

Sie setzen sich an den Strand oder liegen gemütlich auf Ihrer Liege und träumen mit geschlossenen Augen vor sich hin. Sie geniessen es, abzuschalten oder denken über sich und das Leben nach. Sie werden ruhiger und ruhiger und sind einfach nur mal ganz bei sich oder ganz einfach DA, ganz präsent, ganz gegenwärtig. Und das ist eine Quelle von Kraft, das spüren Sie. So kennen Sie auch schon etwas von dem, was Meditation oder Kontemplation sein könnte.

Sie können aber nicht nur am Strand vor sich hinträumen oder Ihren Gedanken nachgehen, sondern Sie müssen auch irgendwann wieder aktiv werden. Sie öffnen die Augen und merken z.B., dass die Sonne schon tief steht und es kühler wird. Sie packen Ihre Sachen ein und gehen vom Strand durch die Dünen in Ihre Unterkunft zurück. Sie duschen dort und bereiten sich auf den Abend vor, ziehen neue Kleider an, gehen zum Abendessen in ein Restaurant oder bereiten selbst etwas vor.

Wo ist nun die Stimmung geblieben, die Sie noch am Strand, so ganz in sich versunken wahrgenommen haben? Alles ist zu einer Erinnerung geworden. Selbst der kleine Moment von GEWAHRSEIN in dem Sie und die Welt den Atem angehalten haben und Sie wundersam realisierten, was es heisst, einfach nur zu SEIN. Und jetzt können Sie diesen Moment nicht mehr zurückholen. Er wird zur Sehnsucht. Und Sie fragen sich: Wäre es nicht wunderbar, könnte ich dieses Ganz-bei-sich-selbst-sein, dieses GEWAHRSEIN, diese Stille inmitten des Alltags für immer realisieren? Und könnte diese nicht zu einer dauerhaften Kraftquelle werden?

Die Grafik soll dazu dienen, einige Prinzipien deutlich zu machen, die dabei eine Rolle spielen. Stellen Sie sich das wie eine Münze oder Medaille vor, die zwei Seiten hat. Diese Seiten können Sie nicht wirklich trennen, sondern nur gedanklich unterscheiden. So verhält es sich auch mit uns: Da ist einmal GEWAHRSEIN (gelber Kreis) und andererseits die Wahrnehmungswelt (Kreis mit dem Raster), egal ob es sich dabei um innere oder äussere Wahrnehmungen handelt.

Und da, wo sich diese zwei Prinzipien überlappen, und das ist der Fall wenn Sie wach sind oder träumen, entsteht Bewusstsein. Und dieses ist ein Ausschnitt aus GEWAHRSEIN und zudem "getrübt" durch Wahrnehmungen. Das grenzenlose SEIN reduziert sich auf Ihr persönliches Bewusstsein und Ich/Selbst (die Ellipse in der Mitte). Auch Sie selbst sind ein Komplex von unendlich vielen Rasterpunkten, die Sie während der Entwicklung gelernt haben zu strukturieren.

So gibt es also drei Hauptprobleme, die einer Realisation im Wege stehen:

1. Wir identifizieren uns mit einem Komplex von Inhalten des Bewusstseins
2. Wir identifizieren uns mit dem Ich- oder Selbstbewusstsein
3. Wir sind uns des GEWAHRSEINS deshalb nicht bewusst

Das Ich/Selbst arbeitet ständig daran, sich und die Welt der Wahrnehmungen zu gestalten, um in der Welt erfolgreich und mit sich selbst zufrieden und glücklich zu sein. Das kann aber nicht auf Dauer gelingen, weil alle Rasterpunkte, die erscheinen, sich ständig wandeln (das Auf und Ab des Lebens). Der Leib altert, er kann krank werden und stirbt letztendlich. Und damit schwindet auch immer mehr das Bewusstsein. Aber der Leib und das Ich sind unsere wichtigsten Werkzeuge.

In den spirituellen Traditionen wurde GEWAHRSEIN zwar immer wieder realisiert, aber durch eine Brille ihrer Systeme von Glaubensvorstellungen interpretiert. So entstanden die mythischen Gottesbilder und Vorstellungen von einem jenseitigen Himmel und jenseitigen Bereichen. Das war dann auch die Geburtsstunde des Dualismus, des Gegensatzes von Materie und Geist, Gott und Mensch, Erde und Jenseits. Gott und Geist waren "gut", Materie und Welt "schlecht". Und so suchte man die vermeintliche Trennung zu überwinden, entwickelte Weltverachtung und Asketentum. Man suchte sich mit dem Göttlichen zu vereinen (Mystik). Kontemplation und Meditation wurde benutzt, um die Hindernisse (in der Grafik die Rasterpunkte) zu reduzieren oder ganz auszuschalten. So kam man in der Geistesvertiefung zwar bis zur Entleerung des Bewusstseins, aber die Kluft zwischen den beiden Bereichen kam spätestens dann wieder zurück, wenn man aktiv werden musste, um in der Welt zu überleben. Das kontemplative Leben führte oft zur Lethargie und Depression ("Dunkle Nacht der Seele") oder, wie im früheren Indien, zu einer passiven Schicksalsgläubigkeit. Man erhoffte sich in so manchen Religionen eine Erlösung im Himmel oder in einem besseren Leben auf der Erde durch Wiedergeburt.

Auch ein einseitiges Ausgerichtetsein auf die rational-materialistische Sichtweise und Sicherung der Existenz durch Erfolg, Status, Geld und Besitz ist kein Garant für ein glückliches und erfülltes Leben. Die egoistische Gier und Herrschsucht verhindert die Empathie für andere Menschen, andere Lebewesen und die Umwelt. Die einseitige naturwissenschaftliche Sicht hat ihrerseits dazu beigetragen, den Dualismus zu unterstützen und damit die geistige Dimension des GEWAHRSEINS völlig auszuklammern.

Deshalb braucht es unbedingt für beide Extreme das "Rechte Wissen" und die "Rechte Erkenntnis", wie das schon in der frühindischen Samkhya-Philosophie und in der Lehre Buddhas erkannt, dargestellt und gelehrt wurde. Seine Lehre vom Achtfachen Pfad ist nach dem jetzigen Wissensstand die erste Integrale Praxis der Welt. Die Dreiheit von Erkenntnisprinzip (Panna), Sittlichkeitsprinzip (Sila) und Einheitsprinzip der Geistesvertiefung (samadhi) ist auch die Essenz des im 3. Jh. entstandenen Abhidhamma, einer Zusammenfassung der buddhistischen Lehre. Auch im antiken Denken des Abendlandes spielte die Harmonie zwischen Denken, Betrachtung und Handeln eine grosse Rolle und fand als Weisheit ihren Ausdruck.

Paul Brunton schrieb: "Bei einem Scheinphilosophen besteht weise Tätigkeit im energischen Streben nach dem Guten. Er muss seinen Triumph nicht nur in seinem eigenen inneren Charakter und äusseren Leben suchen, sondern auch im Charakter und Leben anderer. Da ein solches Ziel nicht erreicht werden kann durch untätiges Herumsitzen, umnebelt von Träumereien, oder durch eigensüchtige Inanspruchnahme mit seiner eigenen Entwicklung allein, so umfasst es unbedingt die Notwendigkeit altruistischer Bestätigung. Anstatt die Kontemplation mit sich selbst sterben zu lassen, muss er sie seine Taten befruchten lassen. Dies macht das Suchen intensiv praktisch, zu etwas in der Tat, was seine Alltagsexistenz von Augenblick zu Augenblick inspirieren muss."

Und so ist inspiriertes Handeln der dritte Pfeiler, mit dem wir uns hier befassen müssen, um die Realisation von GEWAHRSEIN zu ermöglichen, denn alle drei gehören unbedingt zusammen. Sonst ist die Realisation nicht möglich. Und das ist auch der Grund, warum temporäre Einblicke nicht von Dauer sein können. GEWAHRSEIN ist die Grundlage des bewussten Lebens und der Inspiration. Erst diese Realisation ist die ersehnte Befreiung und führt zur all-einen Sicht, die alles einschliesst. Erst dann wird man fähig sein, vollkommen mit und für andere zu fühlen, zu denken und entsprechend zu handeln. Dazu muss man sich selbst nicht aufgeben.

Ken Wilber fasste die integrale Sicht auf vier grosse Lebensbereiche (Quadranten) zusammen und baut seine Integrale Praxis darauf auf. Wer aus diesem innersten Kern lebt hat das grosse Ungeborene gefunden, das EINFACH DAS ist.

Fazit: Zur Realisation von GEWAHRSEIN ist eine Balance zwischen Wissen, Meditation und Handeln anzustreben

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