PGB - C. G. Jung

Psychologische Gesellschaft Basel

Der Zweck der 1933 gegründeten Gesellschaft ist in den Statuten definiert als "die Auseinandersetzung mit psychologischen Fragen, insbesondere der Analytischen Psychologie nach Carl Gustav Jung". Dabei kommt der Wirklichkeit der Seele im täglichen Leben des einzelnen Menschen zentrale Bedeutung zu.

Es finden monatliche Vorträge statt, die im Rahmen eines jeweils ausgewähltes Jahresthema stattfinden und mit einer Auswahl von internen und externen Referenten durchgeführt weren. Diese Vorträge sind auch auch für Gäste und Nichtmitglieder offen.

Mitglieder können auch Kleingruppen mit bestimmten Themen bilden. So hat sich z.B. eine Gruppe mit dem Roten Buch von C.G. beschäftigt, eine andere mit Meister Eckhart und wieder eine andere mit dem Thema "Film und Psyche". Ausserdem finden Seminare statt, um die Erfahrungen der Mitglieder zu vertiefen.

Jährlich findet eine Mitgliederversammlung und ein Jahresausflug statt.

Es gibt eine Fachbibliothek bei der auch Bücher und Zeitschriften ausgeliehen werden können.

Weitere Informationen finden Sie auf ihrer Website www.psychologische-gesellschaft-basel.ch

Über meine Mitgliedschaft und mein Interesse an C. G. Jung

Nach nunmehr vier Jahren Mitgliedschaft bin ich inzwischen als Protokollführer im Vorstand. Die Arbeiten C. G. Jungs haben mich seit meiner Jugendzeit bis heute begleitet haben. 1958 sah ich als 16jähriger in einer Schaufensterauslage einer Buchhandlung C. G. Jungs Band "Praxis der Psychotherapie", die erste Veröffentlichung seiner Gesammelten Werke. Bei der Durchsicht im Laden faszinierten mich die in dem Buch enthalten alchemistischen symbolischen Darstellungen aus dem "Rosarium Philosophorum", einer alten Schrift aus dem Jahre 1550. In die Interpretation dieses Textes vertiefte ich mich viele Jahre und erwarb weitere Bände von Jungs Schriften.

In seiner Abhandlung "Über Mandalasymbolik" sah ich erstmals das Tibetisch-Buddhistische Lebensrad, dessen Symbolik die Grundlage für mein Buch "Astro-Vidya - Tierlreiszeichen und Nidanas - 12 Stolpersteine auf dem Pfad des Erwachens" wurde. Später las und hörte ich dann, dass Paul Brunton und der Pandit Subramany Iyer von C. G. Jung in sein Haus in Küsnacht zu einem Gespräch eingeladen waren. Danach gab es auch einen Briefwechsel zwischen Jung und Iyer über die Unterschiede der Bewusstseinspsychologie im östlichen und westlichen Denken.

Die Beschäftigung mit den Werken von C. G. Jung wurde für mich zu einer Lebensschule, um die Entwicklungsjahre gut zu überstehen und meinen eigenen Weg zu finden. In Jungs Psychologie ist das der Individuumsprozess. Während dieser Zeit machte ich in Basel auch eine Analyse bei einem Psychologen der Jungschen Schule.

Die Jahre vergingen, bis ich dann bei Ken Wilber Mitte der 80er Jahre wieder auf C.G. Jung aufmerksam wurde. Zuerst hatte Wilber Jungs mythische Bilderwelt positiv aufgenommen, später dann kritisiert, indem er seiner Archetypenlehre den Vorwurf einer Prä- Transverwechslung vorwarf.

Nach einigen Bemühungen ist es mir bis heute nicht gelungen dazu eine fundierte Stellungnahme von Jungianern zu bekommen. Ich konfrontierte Wilber mit diesem Fragenkomplex (siehe mein Gespräch mit Wilber), weil er für meine eigenen Anichten und die anderer für die Bewusstseinsentwicklung bedeutsam ist. Kurz: Wilbers Ansicht ist, dass über 90% des archetypischen Materials (in Bildern, Träumen, Märchen und Mythen) prärationalen Bewusstseinsstufen (Drehpunkte D1 - D4) entstammt und nicht klar unterschieden und differenziert wird von den Archetypen transrationaler Bewustseinsstufen. Die Symbole bzw. Archetypen des "Selbst" sind ein solcher Komplex, aber auch viele andere, die in der Weiterentwicklung der Psychologie Jungs mehr Beachtung finden sollten. Im System der Bewusstseinsebenen lassen sich z.B. die Archetypen klassifizieren und einordnen.

Die Analytische Psychologie Jungs findet heute weiterhin ihren Platz in einer Integralen Psychologie wo sie in speziellen Fällen angebracht ist und sehr gute Dienste leistet. Ich habe Jungs Psychologie schon immer als einen ersten Vorläufer der Transpersonalen Psychologie gesehen, weil Jung die Phänomene spiritueller Entwicklungen und Fragekomplexe in seine Psychologie einbezog und nicht aussschloss.

C.G. Jung:

«Da die Religion unstreitig eine der frühesten und allgemeinsten Äusserungen der menschlichen Seele ist, versteht es sich von selbst, dass jede Art von Psychologie, welche sich mit der psychologischen Struktur der menschlichen Persönlichkeit befasst, nicht darum herumkommt, wenigstens die Tatsache zu beachten, dass Religion nicht nur ein soziologisches oder historisches Phänomen ist, sondern für eine grosse Anzahl von Menschen auch eine wichtige persönliche Angelegenheit bedeutet.»